Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben eine New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten beschlossen, um die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf große Flucht- und Migrationsbewegungen zu verbessern. Sie bekräftigten darin ihre Verpflichtung, die Menschenrechte der Flüchtlinge und Migranten im vollen Umfang zu respektieren und sagten robuste Unterstützung für Länder zu, die von großen Fluchtbewegungen betroffen sind. Bisher: UNHCR-Operationen sind drastisch unterfinanziert – Flüchtlinge und Binnenvertriebene sind die Leidtragenden. UNHCR ist davon überzeugt, dass alle Flüchtlinge ein Leben in Sicherheit verdienen. Unterzeichnen Sie noch heute die #WithRefugees Petition. Senden wir eine klare Botschaft an die Regierungen der Welt, dass sie solidarisch handeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen. Mit der Petition werden Regierungen dazu aufgerufen, sicherzustellen, dass: jedes Flüchtlingskind eine Ausbildung erhält; jede Flüchtlingsfamilie an einem sicheren Platz leben kann; jeder Flüchtling die Möglichkeit hat, zu arbeiten oder einen Beruf zu erlernen, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können.

Auf Grundlage der Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit und der Verantwortungsteilung umreißt die New Yorker Erklärung Elemente eines umfassenden Rahmenplans für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF). Durch die Erklärung wird UNHCR mit der Einleitung und Anwendung dieses Rahmenplans in konkreten Situationen und in enger Koordination mit den entsprechenden Staaten, anderen UN-Organisationen und maßgeblichen Akteuren beauftragt. Darauf aufbauend soll bis 2018 ein globaler Pakt für Flüchtlinge erarbeitet werden, den der UN-Flüchtlingskommissar in seinen Jahresbericht an die Generalversammlung im Jahr 2018 aufnehmen wird.

Was wird der globale Pakt für Flüchtlinge beinhalten?

Der globale Pakt für Flüchtlinge wird aus zwei Teilen bestehen:

  • Dem umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF), dem die Mitgliedstaaten durch die New Yorker Erklärung bereits zugestimmt haben, ergänzt durch eine Präambel und eine Schlussbemerkung.
  • Einem Maßnahmenprogramm ‚programme of action‘, das auf bewährte Praktiken aus der ganzen Welt zurückgreift und konkrete Handlungsweisen festlegt, die von den UN-Mitgliedsstaaten und anderen Ländern zur Umsetzung der Prinzipien aus der New Yorker Erklärung ergriffen werden müssen.

Das ‚programme of action‘ bietet eine Blaupause, um sicherzustellen, dass Flüchtlinge einen besseren Zugang zu Gesundheit und Bildung bekommen, die Möglichkeiten erhalten ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten zu können und von Anfang an in ihre Aufnahmegemeinschaften inkludiert werden. Das Maßnahmenprogramm wird außerdem konkrete Wege aufzeigen, wie Aufnahmeländer besser unterstützt werden können. Dazu gehören unter anderem eine Ausweitung von humanitären Aufnahmeprogrammen oder die Bereitstellung von Experten und Fachwissen.

Der globale Pakt für Flüchtlinge ist eine einmalige Gelegenheit, internationale Maßnahmen zum Flüchtlingsschutz in langwierigen sowie in neuen Flüchtlingssituationen zu stärken. Er umfasst vier zentrale Ziele:

  1. Den Druck auf die Aufnahmeländer mindern.
  2. Die Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen fördern.
  3. Den Zugang zu Resettlement und anderen humanitären Aufnahmeprogrammen in Drittstaaten ausweiten.
  4. Die Bedingungen fördern, die eine Rückkehr in das Heimatland in Sicherheit und Würde ermöglichen.

Die New Yorker Erklärung setzt zudem einen unabhängig davon laufenden Prozess für die Verhandlungen über einen globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration in Gang (GCM).

Der GCM enthält eine Reihe von Grundsätzen und Verpflichtungen zwischen den Mitgliedstaaten zur internationalen Migration in all ihren Dimensionen. Die Ausarbeitung des GCM wird von den Mitgliedstaaten geleitet, mit Unterstützung des Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für Migrationsfragen, IOM, UN-Sekretariat und anderen Interessensvertretern.

UNHCR wird zusammen mit diesen Akteuren arbeiten und Kohärenz und Eindeutigkeit zwischen den beiden Pakten sicherstellen. Dies betrifft vor allem themenübergreifende Bereiche wie Menschenschmuggel, Seenotrettung und Datenanalysen.

Zudem wurde UNHCR durch die New Yorker Erklärung gefragt seine Fachkenntnisse in die Erarbeitung des GCM einzubringen.

Wie ensteht der globale Pakt für Flüchtlinge?

Der globale Pakt für Flüchtlinge entsteht maßgeblich durch drei miteinander verbundene Prozesse:

 

  1. Die Anwendung des umfassenden Rahmenplans für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF) in einigen ausgewählten Ländern und Flüchtlingssituationen.
  2. Thematische Diskussionen über die wesentlichen Aspekte des CRRF mit UN-Mitgliedsstaaten, NGOs, Experten, akademischen Einrichtungen und weiteren maßgeblichen Akteuren. Schwerpunkte sind dabei: aktuelle regionale Maßnahmen für große Flüchtlingssituationen und Erfahrungen aus der Vergangenheit; Maßnahmen zur Aufnahme von Flüchtlingen; Unterstützung für unmittelbare und laufende Bedürfnisse von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften sowie dauerhafte Lösungen für Flüchtlinge. Erfahre mehr über die thematischen Diskussionen hier.
  3. Eine Bestandsaufnahme der erzielten Fortschritte und der ‚lessons learned‘. UNHCR wird darauf aufbauend einen ersten Entwurf des globalen Pakts ausarbeiten und in formalen Konsultationen mit den Mitgliedsstaaten besprechen.

Die New Yorker Erklärung

Der umfassende Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen (CRRF)

Englischsprachige Dokumente

http://www.unhcr.org/dach/de/was-wir-tun/auf-dem-weg-zum-globalen-pakt-fuer-fluechtlinge

UNHCR-Operationen drastisch unterfinanziert – Flüchtlinge und Binnenvertriebene sind die Leidtragenden

Sechs Länder am stärksten betroffen, Folgen sind u.a. Unterernährung, schlechtere Gesundheitsversorgung und überfüllte Notunterkünfte.

http://www.unhcr.org/dach/de/

Jeden Tag sind Familien dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und vor Kriegen zu fliehen.

UNHCR ist davon überzeugt, dass alle Flüchtlinge ein Leben in Sicherheit verdienen.

Unterzeichnen Sie noch heute die #WithRefugees Petition.

Senden wir eine klare Botschaft an die Regierungen der Welt, dass sie solidarisch handeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen.

Mit der Petition werden Regierungen dazu aufgerufen, sicherzustellen, dass:

 

  • jedes Flüchtlingskind eine Ausbildung erhält;
  • jede Flüchtlingsfamilie an einem sicheren Platz leben kann;
  • jeder Flüchtling die Möglichkeit hat, zu arbeiten oder einen Beruf zu erlernen, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können.

 

4,5 Millionen Kongolesen vor der eskalierenden Gewalt auf der Flucht innerhalb des rohstoffreichen Landes

UN: Gewalt in Nordost-Kongo bedroht Zehntausende Menschen

Die Vereinten Nationen sind alarmiert über die eskalierende Gewalt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo.
28. September 2018
epd

Das Leben Zehntausender Menschen in den Provinzen Nord Kivu und Ituri ist nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR bedroht. In diesem Jahr seien allein in Nord Kivu bereits 500.000 Menschen vor der Gewalt durch bewaffnete Gruppen und die Sicherheitskräfte geflohen, teilte das UNHCR am Freitag in Genf mit. Insgesamt seien dort mehr als eine Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht.

Bei einem Angriff der Rebellengruppe „Allied Democratic Forces – National Army for the Liberation of Uganda“ (ADF-Nalu) am vergangenen Wochenende auf die Stadt Beni in Nord Kivu seien 20 Menschen getötet worden, die meisten davon Zivilisten.

Mehr als 150 Ebola-Erkrankungen

Die Lage in Nord Kivu und Ituri werde durch einen Ausbruch der Ebola-Krankheit noch verschärft, betonte das UNHCR. Laut der Weltgesundheitsorganisation wurden in den Gebieten mehr als 150 Ebola-Erkrankungen erfasst, mehr als 100 Menschen starben.

Der Osten des Kongos wird immer wieder von Gewalt erschüttert, bewaffnete Gruppen kämpfen um Macht und Rohstoffe. Auch in anderen Teilen des Landes toben Kämpfe. Insgesamt sind innerhalb des Kongos 4,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als 700.000 Kongolesen flohen ins Ausland.

https://www.welt-sichten.org/artikel/35076/un-gewalt-nordost-kongo-bedroht-zehntausende-menschen