Telemedizin als Möglichkeit zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Afrika? Eine Versuch in Tanzania

In Tansania leben rund 50 Millionen Menschen, von denen die Hälfte jünger als 15 Jahre alt ist. Für sie stehen bei Bedarf weniger als 100 Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung. Mit anderen Worten: Die meisten Kinder in Tansania haben keinerlei Chance auf medizinische Betreuung. Das will Thomas Finkbeiner ändern, zumindest ein Stück weit.

Der 53-Jährige ist selbst Kinderarzt und sein Thema heisst «Telemedizin». Vereinfacht gesagt geht es dem gebürtigen Schwaben darum, Eltern in Afrika, deren Kind erkrankt ist, übers Handy rasch medizinisch weiterzuhelfen. Nicht nur wenigen, sondern möglichst vielen. Ein ambitioniertes Projekt. Es geht vor allem um präklinische Triage, damit Eltern eine informierte Entscheidung treffen können. In der Schweiz wird Digitalmedizin schon seit den 1990er-Jahren betrieben. Die Krankenkassen unterstützen Videoberatungen, E-Rezepte oder Austausch elektronischer Bildbefunde. In Deutschland hemmen der Datenschutz und das Fernbehandlungsverbot bislang noch die E-Health-Entwicklung.

Tansania ist ein guter Ort dafür. Hier hat jeder zweite ein Handy oder Smartphone, die Abdeckung des Mobilfunknetzes wird ständig verbessert und erreicht heute schon 4G-Standard.

Die Komponenten hat er anfangs selbst zusammengebaut. Eltern buchen per Handy einen Termin, die Beratung durch einen Arzt, der theoretisch irgendwo auf der Welt sitzen kann. Dann wird über ein Bezahlmodul abgerechnet, zu marktüblichen Preisen. «In Tansania erledigen wir 80 Prozent aller Patientenkontakte online, inklusive Zweitmeinung. Meist geht es ganz allgemein um die kindliche Entwicklung oder um typische Infektions-, Magen-Darm- und Hautkrankheiten.» Werden Laborwerte gebraucht oder der Fall liegt komplizierter, kann man die Familie an einen «Point of Care» mit Hilfspersonal überweisen. Immerhin. «Wir brauchen noch mehr erfahrene Mediziner, die die Sprache sprechen und die Kultur verstehen.» Thomas Finkbeiner hat die vielen tansanischen Ärzte im Kopf, die im Ausland leben oder bereits an einem Gesundheitsprojekt in der Heimat beteiligt waren.

https://www.nzz.ch/branded-content/sponsored-content/serie-innovations-weltreise-fuer-swisscom-3-wenn-der-doc-in-tansania-per-app-erscheint-ld.1421785

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