„Die Zeit“: Die USA und China sind auf dem Kriegspfad! Erinnern wir uns an Roosevelt: Der nächste Krieg wird der letzte der Menschheit sein! Wenn eine absteigende und eine aufsteigende Macht um die globale Vorherrschaft kämpfen, muss das nicht militärisch enden. In 12 von 16 Fällen in den vergangenen 500 Jahren war aber Krieg das Resultat einer großen Machtverschiebung. Unter Donald Trump sind die Konflikte näher gerückt. Zunächst in der Handelspolitik. „China ist nicht unser Freund“, schrieb er 2011. „Es stiehlt unsere Arbeitsplätze; es treibt eine Abrissbirne durch unsere Industrie und kupfert in Überschallgeschwindigkeit unsere Technologie und unsere militärischen Fähigkeiten ab.“ Seit Trump ins Weiße Haus einzog, liebäugelt er mit einem wirtschaftlichen Showdown. Seine Freundschaft mit Chinas Staatschef Xi Jinping, inzwischen erkaltet, hielt ihn nicht davon ab, einen Zollstreit zu beginnen, der inzwischen die Hälfte der Einfuhren aus China betrifft. Aus dem Zollstreit ist ein Handelskrieg geworden. Im Wirtschaftsdialog mit Peking verlangten die amerikanischen Unterhändler, dass China sein ehrgeiziges Industrieförderprogramm „Made in China 2025″ aufgibt. Dies lief im Effekt auf die Forderung hinaus, dass Peking ganz auf Modernisierung verzichtet. Vor einem Krieg der beiden Mächte, der die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehen würde, haben schon der britische Historiker, Eric Hobsbawn (Das Jahrhundert der Extreme) und der US-Professor Mearsheimer gewarnt. Hobsbawn: Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde – zwischen den USA und China.“ Auch der erfahrene Kriegs- und Krisenbeobachter, John Pilger, warnt vor einem kommenden Krieg der USA gegen China. Er setzt vor allem auf den Widerstand der Menschen in Asien gegen den Aufmarsch der US-Armee, der bereits stark entwickelt ist. Wenn es jetzt zum Krieg kommt, können wir nicht behaupten: Uns hat keiner gewarnt. Wir werden uns unseren Kindern gegenüber damit nicht entschuldigen können, dass wir nicht rechtzeitig eine globale Bewegung für die Durchsetzung des Gewaltverbots der UNO und unser (und unser Kinder) Menschenrecht auf Frieden und Leben aufgebaut haben. Es gibt überall auf der Welt Menschen und Initiative, die die Gefahr sehen, es gilt jetzt zusammenzukommen.

Fünf vor acht / USA und China: Auf dem Kriegspfad

Eine Kolumne von
Theo Sommer
© ZEIT ONLINE
Die USA haben China den Kalten Krieg erklärt. Wenn zwei Mächte um globalen Einfluss kämpfen, muss das nicht militärisch enden. Historisch war es aber oft so.

In den Geschichtsbüchern wird das Gezerre um die Ernennung des US-Verfassungsrichters Brett Kavanaugh, das die Vereinigten Staaten in diesen Tagen bewegt, wahrscheinlich nur eine Fußnote abbekommen. Das weltgeschichtlich weit bedeutsamere Ereignis ist ein anderes: In den vergangenen Tagen haben die USA der Volksrepublik China den Kalten Krieg erklärt. Wie es aussieht, ist die Regierung Trump voll in die Thukydides-Falle getappt.

Der Harvard-Politologe Graham Allison hat vor drei Jahren aus dem Peloponnesischen Krieg des griechischen Historikers Thukydides die auch nach 2.400 Jahren höchst aktuellen Betrachtungen über die kriegsträchtige Dynamik einer Situation ausgegraben, in der eine aufsteigende Macht die Herrschaft der bisherigen Vormacht bedroht. Der Kernsatz: „Es waren der Aufstieg Athens und die Befürchtungen, die er in Sparta auslöste, die den Krieg unausweichlich machten.“ Besorgt fragte Allison: Könnten der Aufstieg Chinas und die Befürchtungen, die er in Amerika weckt, denselben unheilvollen Effekt haben?

Seine Antwort war niederdrückend: „In 12 von 16 Fällen in den vergangenen 500 Jahren, in denen es eine rasche Machtverschiebung zwischen einer aufsteigenden und einer vorherrschenden Nation gab, war Krieg das Resultat.“ Als Beispiele nannte er die Rivalität zwischen England und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg und die japanische Herausforderung der Vereinigten Staaten vor Pearl Harbor. Zwar glaubt der Harvard-Gelehrte nicht an die Unvermeidlichkeit eines chinesisch-amerikanischen Krieges. In 4 der 16 Fälle vermieden Vernunft, Zurückhaltung und strategische Geduld den Konflikt. Gleichwohl gab er dem Buch, in dem er seine These ausarbeitete, den Titel: Destined for War, „zum Kriege bestimmt“.

Die Zuspitzung im chinesisch-amerikanischen Verhältnis hat sich schon einige Zeit vor Donald Trump abgezeichnet. Robert Zoellick, damals stellvertretender US-Außenminister, hielt 2005 eine Rede, in der er viele Probleme ansprach, die Amerika schon damals Sorgen machten: dass China in Asien eine Vormachtstellung anstrebe; dass es sein Militär rapide modernisiere; dass es Marktbeherrschung statt Marktöffnung anstrebe. Zoellick prangerte den Diebstahl intellektuellen Eigentums und die Produktpiraterie an, die ans Herz von Amerikas Wissensindustrie gingen. Konkret kritisierte er bereits auch den chinesischen Handelsüberschuss, damals erst 162 Milliarden Dollar im Jahr, heute 375 Milliarden. „Welches andere Land würde das hinnehmen?“, fragte er. Eindringlich forderte er China auf, ein repsonsible stakeholder zu sein – ein Verantwortungsträger im internationalen System.

Obama ging weiter. Mit seinem Pivot to Asia, der Achsendrehung nach Asien, machte er 2011 klar, dass er die US-Dominanz im Pazifik nicht werde unterminieren lassen (er unternahm aber so gut wie nichts, als China die Inselwelt des Südchinesischen Meeres annektierte und zu militarisieren begann). Doch warnte er Peking: „Wenn China weiterhin friedlich aufsteigt, dann haben wir einen stärker werdenden Partner (…). Wenn es sich dem Nationalismus ergibt und die Welt nur noch aufgeteilt in Einflusssphären zu sehen vermag, dann sehe ich mögliche Konflikte voraus.“

Unter Donald Trump sind die Konflikte näher gerückt. Zunächst in der Handelspolitik. „China ist nicht unser Freund“, schrieb er 2011. „Es stiehlt unsere Arbeitsplätze; es treibt eine Abrissbirne durch unsere Industrie und kupfert in Überschallgeschwindigkeit unsere Technologie und unsere militärischen Fähigkeiten ab.“ Seit er ins Weiße Haus einzog, liebäugelt er mit einem wirtschaftlichen Showdown. Seine Freundschaft mit Chinas Staatschef Xi Jinping, inzwischen erkaltet, hielt ihn nicht davon ab, einen Zollstreit zu beginnen, der inzwischen die Hälfte der Einfuhren aus China betrifft.

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Doch war ihm dies nicht genug. Im Wirtschaftsdialog mit Peking verlangten die amerikanischen Unterhändler im Frühjahr nichts Geringeres, als dass China sein ehrgeiziges Industrieförderprogramm „Made in China 2025“ aufgibt. Dies lief im Effekt auf die Forderung hinaus, dass Peking nicht nur die auch von den Europäern beklagten Missstände wie zwangsweisen Technologietransfer und ungebremsten Ideenklau abstellt, sondern ganz auf Modernisierung verzichtet. Womit sich der Eindruck verstärkte, dass da zwei Großmächte nicht bloß um Zollsätze stritten, sondern dass sie um die Anwartschaft auf technologische Führung und weltpolitische Vorherrschaft im 21. Jahrhundert kämpfen. Aus dem Zollstreit ist ein Handelskrieg geworden. Hinter dem Handelskrieg aber wird die Thukydides-Falle sichtbar: das konfliktträchtige Ringen der Vormacht mit dem Aufsteiger.

Sie hatte sich zum ersten Mal in der im Dezember 2017 veröffentlichten National Security Strategy abgezeichnet. Darin wurde China als „revisionistische Macht“ bezeichnet, die darauf aus sei, „eine Welt zu schaffen, die den Werten und Interessen der USA entgegensteht“. In der indo-pazifischen Region, hieß es weiter, „ist ein geopolitischer Konkurrenzkampf zwischen freien und unterdrückerischen Weltordnungsvorstellungen im Gang“. Die chinesischen Medien schossen zurück: Wer Chinas Aufstieg aufhalten wolle, werde es mit großer Wahrscheinlichkeit in eine militärische Auseinandersetzung hineinstoßen.

Die Amerikaner spielten die neue Sicherheitsdoktrin nicht hoch, solange sie noch auf einen handelspolitischen Ausgleich hofften. Aber als sich die Aussichten darauf immer mehr verflüchtigten, ließen sie alle Rücksicht fallen. In einer konzertierten Aktion erklärten sie China den Kalten Krieg.

„Damit ist Schluss, wir machen das nicht mehr mit“

Donald Trump hielt sich am 25. September in der UN-Vollversammlung noch ganz an sein Lieblingsthema, die chinesischen Handelsüberschüsse: „Damit ist Schluss, wir machen das nicht mehr mit.“ Auch beschuldigte er die Chinesen der Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf.

Dann ergriff am 29. September Matt Pottinger, der Asien-Referent im Nationalen Sicherheitsrat, in Chinas Washingtoner Botschaft das Wort. Auf Chinesisch zitierte er Konfuzius in dem Sinne, dass man es ernst nehmen müsse, wenn Amerika die Volksrepublik als Konkurrenten bezeichnet. Zusammenarbeit schloss er nicht aus. Doch der Kern seiner Aussage war ein anderer: „Wir in der Regierung Trump haben unsere China-Politik aktualisiert, um das Konzept der Konkurrenz in den Vordergrund zu rücken.“

Es war Vizepräsident Mike Pence, der in brutaler Direktheit deutlich machte, was dieses neue Konzept besagt: nicht bloß Konkurrenz, sondern strategische Gegnerschaft. Die übliche Litanei über Chinas inakzeptable Wirtschaftspolitik verzierte er mit lachhaften Behauptungen wie „Wir haben China im Laufe der vergangenen 25 Jahre aufgebaut“ (dass China durch den Kauf von US-Staatspapieren in Höhe von 1,2 Billionen Dollar den amerikanischen Staat flüssig gehalten hat, erwähnte er nicht). Aber dann kam Pence zur Geopolitik.

China gebe mehr als das gesamte übrige Asien für sein Militär aus (was laut dem International Institute for Strategic Studies nicht stimmt, abgesehen davon, dass Amerikas Wehrhaushalt noch immer über das Vierfache des chinesischen ausmacht). Es setze seine Macht ein wie nie zuvor, patrouilliere rings um die japanisch verwalteten Senkaku-Inseln, militarisiere die Inselwelt des Südchinesischen Meeres, obwohl Xi Jinping 2015 im Rosengarten des Weißen Hauses beteuert habe, China habe keinerlei derartigen Absichten. Peking suche seinen Einfluss auf die ganze Welt auszuweiten, auch mit seiner „Schuldendiplomatie“. Und China wolle „einen anderen Präsidenten“. Es mische sich auf eine Weise in Amerikas Demokratie ein, im Vergleich zu der alles verblasse, was die Russen veranstalten.

„Unsere Botschaft an China lautet“, schloss Pence, „dieser Präsident wird nicht klein beigeben. Das amerikanische Volk wird sich nicht beeinflussen lassen (…). Die Regierung wird weiterhin entschieden handeln, um Amerikas Interessen, die amerikanischen Arbeitsplätze und die amerikanische Sicherheit zu schützen.“ Der Zusatz „Konkurrenz heißt nicht immer Feindschaft, muss es auch nicht“, lässt freilich auf beunruhigende Weise offen, dass Graham Allison doch recht behalten könnte.

China und die Vereinigten Staaten sind beide Großmächte: Wirtschaftsgiganten, Militär- und Rüstungsriesen mit Atomwaffenarsenal und Staaten mit Weltgestaltungsambition. So wichtig wie ihr Verhältnis zueinander wird im 21. Jahrhundert kein anderes sein. Einen Krieg können beide nicht wollen. Aber sie sind nicht dagegen gefeit, blindlings in die Thukydides-Falle zu tappen.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/usa-china-donald-trump-kalter-krieg-thukydides-falle

Sehr wichtiger Artikel eines der erfahrendsten und mutigsten Historiker:

Eric Hobsbawm„Es wird Blut fließen, viel Blut“

Billionen Euro und Dollar setzen die Politiker gegen die Wirtschaftskrise ein. Wissen sie, was sie da tun? Nein, sagt Eric Hobsbawm, einer der wichtigsten Historiker der Gegenwart. Schlimmer noch als die Große Depression, die er vor 80 Jahren in Berlin miterlebte, sei der Zusammenbruch heute. Er hat Angst, dass der Kapitalismus sich über eine fürchterliche Katastrophe rettet.

Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde – zwischen den USA und China.

 

https://www.stern.de/wirtschaft/news/eric-hobsbawm–es-wird-blut-fliessen–viel-blut–3811538.html

Krieg und Frieden
Größter Aufmarsch US-geführter Streitkräfte seit Zweitem Weltkrieg in vollem Gange
„Der kommende Krieg gegen China“
Von John Pilger / LUFTPOST

Als ich 1967 zum ersten Mal Hiroshima besuchte, war der Schatten auf den Treppenstufen noch zu sehen. Es war der fast vollständige Schattenriss einer Frau, die mit ausgestreckten Beinen zurückgelehnt auf der Treppe saß, sich mit einer Hand auf einer Stufe abstützte und darauf wartete, dass die Bank öffnete. Ihre Silhouette hatte sich am 6. August 1945 um Viertel nach 8 Uhr in den Granit eingebrannt. Ich war so erschüttert, dass ich den Schatten länger als eine Stunde anstarrte. Als ich viele Jahre später wieder kam, war das Schattenbild nicht mehr da; es war nicht einfach „verschwunden“, sondern vermutlich entfernt worden, weil es politisch nicht mehr opportun war. Ich habe zwei Jahre an der Fertigstellung des Dokumentarfilms „The Coming War on China“ gearbeitet und Beweise dafür gesammelt, dass ein Atomkrieg kein drohender Schatten mehr ist, sondern bereits vorbereitet wird; das wurde mir auch von Insidern bestätigt. Der Aufmarsch der größten US-geführten Streitmacht seit dem Zweiten Weltkrieg ist schon in vollem Gange – in der nördlichen Hemisphäre an den Westgrenzen Russlands und in Asien in den im oder am Pazifik liegenden Nachbarstaaten Chinas.


Plakat zum Film „Der kommende Krieg gegen China“

Dass von einem Atomkrieg eine tödliche Bedrohung (für die Menschheit) ausgeht ist uns nicht neu, wir haben diese Erkenntnis nur zeitweise verdrängt: Das Trommelfeuer des von den Mainstream-Medien verbreiteten Informationsmülls hat die schon fast psychopathische Angst gedämpft, die das öffentliche Bewusstsein lange Zeit (seit den Atombombenabwürfen am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende des Kalten Krieges) geprägt hat.

Die USA sehen sowohl die nach dem Niedergang der Sowjetunion erfolgte Erneuerung Russlands als auch den Aufstieg Chinas zu einer führenden Wirtschaftsmacht als „existenzielle Bedrohung“ ihres „gottgegebenen Rechtes auf Weltherrschaft“ an.

„Perfekte Schlinge“ rund um China

Um diese Entwicklung aufzuhalten, hat Präsident Obama 2011 eine „Neuorientierung auf Asien“ verkündet, die dazu führen wird, dass bis 2020 fast zwei Drittel der US-Seestreitkräfte rund um Asien und im Pazifik positioniert sein werden. Schon heute ist China von mehr als 400 US-Militärbasen umzingelt und wird mit Raketen, Bombern und Kriegsschiffen bedroht, die alle Atomwaffen tragen können. Die USA haben rund um China eine „perfekte Schlinge“ gelegt, die von Eurasien über Afghanistan, Korea und Japan und den Pazifik bis in den Norden Australiens reicht.

Eine Studie der RAND Corporation, die seit dem Vietnam-Krieg alle Kriege der USA propagandistisch vorbereitet hat, trägt den Titel „War with China: Thinking Through the Unthinkable“ (Krieg mit China – Das Undenkbare denken). Im Auftrag der U.S. Army knüpfen die Autoren dieser Studie an die im Kalten Krieg veröffentlichten Bücher „On Thermonuclear War“ und „Thinking about the Unthinkable in the 1980s“ („Der Atomkrieg“ und „In den 1980er Jahren das Undenkbare denken“) ihres berüchtigten Chefstrategen Herman Kahn an, der darin einen Plan für einen „gewinnbaren Atomkrieg“ gegen die Sowjetunion entwickelte.

Kahns apokalyptische Ansichten werden bis heute von denen geteilt, die tatsächlich die USA beherrschen: von den Militaristen und Neokonservativen in der US-Regierung, vom Pentagon, von den US-Geheimdiensten, von den diversen „Nationalen Sicherheitsberatern“ und von den Falken im US-Kongress. Der gegenwärtige US-Verteidigungsminister Ashley Carter, ein prahlender Provokateur, ist der Meinung, die USA müssten allen entgegentreten, „die der US-Dominanz gefährlich werden könnten“.

Trotz aller Hoffnungen auf eine Änderung der US-Außenpolitik, ist es fast sicher, dass sich auch Donald Trump mit China anlegen wird, denn er hat die Chinesen bereits während des Wahlkampfes beschuldigt, die US-Wirtschaft zu „vergewaltigen“. Schon am 2. Dezember hat der neu gewählte Präsident China dadurch provoziert, dass er mit der Präsidentin Taiwans telefoniert hat – mit der Repräsentantin eines Inselstaates, den China nicht anerkennt, sondern als abgefallene Provinz betrachtet. Taiwan, das von den USA mit Raketen (und anderen Waffen) ausgerüstet wurde, ist ohnehin ein ständiges Streitobjekt zwischen Washington und Peking.

Amitai Etzioni, ein Professor für Internationale Angelegenheiten an der George Washington University, hat festgestellt: „Die USA bereiten einen Krieg gegen China vor, und diese folgenschwere Entscheidung ist bisher von ihren gewählten Repräsentanten im Weißen Haus und im Kongress nicht gründlich genug überdacht worden. Dieser Krieg soll mit einem ‚Blitzangriff‘ auf die chinesischen Verteidigungsanlagen unter Verwendung von land- und seegestützten Raketen und unter Einbeziehung von Satelliten geführt werden.“

Das unkalkulierbare Risiko bestehe darin, „dass die Chinesen Angriffe auf das Landesinnere als den Versuch ansehen könnten, ihre Atomraketen auszuschalten“; sie müssten sie sofort starten, um sie nicht zu verlieren, und dann wäre ein globaler Atomkrieg unvermeidbar.

Atomwaffen nach US-Recht erlaubt

2015 hat das Pentagon ein neues Handbuch zum Kriegsrecht veröffentlicht. Darin steht: „Weil die USA keinen Vertrag unterzeichnet haben, der den Einsatz von Atomwaffen verbietet, sind sie nach US-Recht erlaubt.“

In China erklärte mir ein Stratege: „Wir sind nicht euer Feind, aber wenn der Westen uns angreift, werden wir uns verteidigen.“ Chinas Atomwaffenarsenal ist viel kleiner als das der USA. Gregory Kulacki von der Union of Concerned Scientists hat dazu geschrieben: „China hat zum ersten Mal seine Atomraketen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um sie bei einem drohenden Angriff sofort starten zu können. … Das ist eine gefährliche Veränderung der chinesischen Strategie, die nur wegen der bedrohlichen Atompolitik der USA eingetreten ist.“

Professor Ted Postol war wissenschaftlicher Berater des Operationschefs der U.S. Navy und ist ein bekannter Atomwaffen-Experte; er hat mir gesagt: „Die Leute, die in Washington den Ton angeben, halten sich für unbesiegbar … Sie setzen auf militärische Gewalt und drohen auch offen damit – wie kampfbereite Gorillas. Die USA rasseln ständig mit dem Säbel, und das geht von ganz oben aus.“ Ich antwortete ihm: „Das scheint mir unglaublich gefährlich zu sein.“

2015 haben die USA unter strenger Geheimhaltung ihre größte Militärübung seit dem Ende des Kalten Krieges durchgeführt. Beim Manöver „Talisman Sabre“ übte eine große Flotte von Kriegsschiffen und Langstreckenbombern zur See und in der Luft einen Krieg gegen China, der mit einer Blockade von Seewegen wie der Straße von Malakka begann, um die Lieferung von Gas, Öl und anderen Rohstoffen aus dem Mittleren Osten und aus Afrika nach China zu verhindern.

Wegen dieser Provokation und aus Angst vor einer US-Seeblockade, hat China begonnen, auf strategisch wichtigen, aber auch von seinen Nachbarn beanspruchten Riffen und Inselchen im Bereich der Spratly Islands im Südchinesischen Meer Militärflugplätze zu bauen. Im Juli 2016 hat der Permanent Court of Arbitration Chinas Besitzanspruch auf diese Inseln auf Antrag der Philippinen abgelehnt. Die Philippinen wurden dabei von Fachanwälten aus den USA und Großbritannien vertreten – die vermutlich im Auftrag der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton tätig wurden.

2010 war Frau Clinton in die philippinische Hauptstadt Manila geflogen und hatte von der ehemaligen US-Kolonie die Wiedereröffnung der US-Militärbasen gefordert, die in den 1990er Jahren wegen Übergriffen von US-Soldaten gegen philippinische Frauen geschlossen werden mussten. Sie erklärte damals, Chinas Anspruch auf die Spratly Islands – die mehr als 7.500 Meilen von den USA entfernt sind – sei eine „Bedrohung für die Sicherheit der USA und die Freiheit der Schifffahrt“.

Weil die USA Waffen und militärische Ausrüstung für Millionen Dollars lieferten, brach die Regierung des philippinischen Präsidenten Benigno Aquino die bilateralen Gespräche mit China ab und schloss mit den USA einen Geheimvertrag über militärische Zusammenarbeit. Er erlaubte die Errichtung von fünf US-Militärbasen für Rotationseinsätze und stellte die aus der Kolonialzeit stammende verhasste Immunität von US-Militärs und US-Unternehmen vor philippinischen Gesetzen wieder her.

Dass Rodrigo Duterte im April zum Präsidenten der Philippinen gewählt wurde, kam Washington sehr ungelegen. Er ist Sozialist und hat erklärt: „In unseren Beziehungen zu anderen Staaten werden wir eine unabhängige Außenpolitik verfolgen.“ Außerdem rügte er die USA, weil sie sich noch immer nicht für ihre Gräueltaten während der Kolonialzeit entschuldigt hätten. Er versprach: „Ich werde den Vertrag mit den USA kündigen und die US-Truppen aus unserem Land weisen. „Die US-Soldaten befinden sich aber immer noch auf den Philippinen und führen gemeinsame Militärmanöver mit den einheimischen Streitkräften durch.

2014 vier Milliarden Dollar zur Sicherung der „Informationshoheit“ der USA

Das Pentagon hat 2014 zur Sicherung der „Informationshoheit“ der USA – womit die Manipulation der Medien durch irreführende und gefälschte Nachrichten gemeint ist – mehr als 4 Milliarden Dollar ausgegeben; damit hat die Obama-Regierung auch eine Propagandakampagne gegen China gestartet, in der die größte Handelsnation der Welt als „Gefahr für die Freiheit der Schifffahrt“ dargestellt wird.

Der US-TV-Sender CNN hat diese Kampagne mit einem Bericht seines „Reporters für Fragen der Nationalen Sicherheit“ eingeleitet, der bei einem Flug über die Spratly Islands anBord eines Überwachungsflugzeuges der U.S. Navy aufgenommen wurde. Der britische TV-Sender BBC hat philippinische Piloten dazu gebracht, mit einer einmotorigen Cessna die umstrittenen Inseln zu überfliegen, „um zu überprüfen, wie die Chinesen reagieren werden“. Keiner der berichtenden Reporter hat aber die Frage gestellt, warum die Chinesen Flugplätze weit vor ihrer Küstenlinie anlegen, und warum die USA immer mehr Soldaten vor der Türschwelle Chinas positionieren.

Admiral Harry Harris, der Kommandeur des PACOM, betätigt sich dabei als Chefpropagandist der USA. „Mein Verantwortungsbereich reicht von Bollywood bis Hollywood und von den Eisbären bis zu den Pinguinen,“ brüstete er sich in der New York Times. Nie zuvor wurde das US-Imperium großspuriger beschrieben.

Harris gehört zu einer vom Pentagon ausgesuchten Gruppe von Admiralen und Generälen, die ausgewählte Journalisten und TV-Moderatoren von der Bedrohung überzeugen sollen, die angeblich von China ausgeht. Ähnliches haben auch George W. Bush und Tony Blair vor dem Überfall auf den Irak und andere Staaten im Mittleren Osten veranlasst.

Im September hat Admiral Harris in Los Angeles erklärt, er sei „bereit, eine Konfrontation mit dem revanchistischen Russland und dem überheblichen China zu riskieren“. Wenn es zum Kampf käme, werde das aber kein fairer Kampf. Gegen Messer würde er mit Gewehren und gegen Gewehre mit Kanonen kämpfen, und die Bündnispartner der USA würden das auch tun.

THAAD-Abschussrampe in Südkorea – Angriffsziel: China

Zu diesen Partnern gehört auch Südkorea, die Abschussrampe für das Terminal High Altitude Air Defense System / THAAD des Pentagons, das angeblich gegen Nordkorea, nach Meinung Professor Postols tatsächlich aber gegen China gerichtet ist.

Im australischen Sydney hat Harris China aufgefordert, seine „Große Mauer“ im Südchinesischen Meer einzureißen und ist damit auf die Titelseiten der großen Zeitungen gekommen. Australien gehört (wie die Bundesrepublik Deutschland) zu den unterwürfigsten Partnern der USA; seine politische Elite, seine Streitkräfte, seine Geheimdienste und seine Medien stehen „in Bündnistreue fest“ an der Seite der USA. Die Hafenbrücke in Sydney wird regelmäßig für den Verkehr gesperrt, wenn sie von der Autokolonne eines hochrangigen US-Besuchers überquert wird. Auch dem Kriegsverbrecher Dick Cheney wurde diese Ehre erwiesen.

Obwohl China Australiens größter Handelspartner und für die australische Wirtschaft unersetzlich ist, beugt sich seine Regierung dem Diktat Washingtons und schließt sich dem Konfrontationskurs gegen die Chinesen an. Politisch Andersdenkende in Canberra riskieren von der Murdoch-Presse im Stile McCarthys niedergemacht zu werden. „Die Australier unterstützen uns immer, komme, was da wolle,“ hat schon McGeorge Bundy, einer der Architekten des Vietnam-Krieges gesagt. Eine der wichtigsten US-Basen in Australien ist Pine Gap bei Alice Springs. Diese Abhörstation wurde von der CIA gegründet, die von dort aus China und ganz Asien ausspioniert; außerdem ist sie auch am mörderischen Drohnenkrieg Washingtons im Mittleren Osten beteiligt.

Im Oktober hat Richard Marles, der verteidigungspolitische Sprecher der Labor Party, der größten australischen Oppositionspartei, gefordert, „operative Entscheidungen“ bei Aktionen, die China provozieren könnten, Militärkommandeuren im Südchinesischen Meer zu überlassen. Über einen möglichen Atomkrieg hätten also nicht die australische Regierung oder das australische Parlament, sondern ein Admiral oder General zu entscheiden.

Damit lag Marles voll auf Pentagon-Linie und verabschiedete sich von einer Staatsform, die sich noch Demokratie nennt. Die Machtübernahme des Pentagons in Washington – die Daniel Ellsberg einen „Staatsstreich in aller Stille“ nannte – hat nach einer Studie der Brown University dazu geführt, dass seit den 9/11-Anschlägen 5 Billionen Dollar für (völkerrechtswidrige) Angriffskriege „verpulvert“ wurden, die allein im Irak eine Million Tote gefordert und in vier Staaten insgesamt 12 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht haben.

32 US-Militäranlagen auf der japanischen Insel Okinawa – Angriffsziel: China

Auf der japanischen Insel Okinawa gibt es 32 US-Militäranlagen, von denen aus schon Korea, Vietnam, Kambodscha, Afghanistan und der Irak angegriffen wurden. Heute ist China zum Hauptziel geworden, obwohl die Bewohner dieser Insel schon immer enge kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu China hatten.

Am Himmel über Okinawa kreisen ständig US-Militärjets, die manchmal auch auf Wohnhäuser oder Schulen abstürzen. Die Menschen können nachts nicht schlafen, die Lehrer können tagsüber nicht unterrichten. Große Teile ihrer Insel sind eingezäunt, und auf Schildern ist zu lesen, dass diese Areale nicht betreten werden dürfen.

Als 1995 ein 12-jähriges Mädchen von mehreren US-Soldaten vergewaltigt wurde, ist auf Okinawa eine breite Widerstandsbewegung gegen die US-Militärbasen entstanden. Diese Vergewaltigung war eines der schlimmsten von Hunderten solcher Verbrechen, von denen die meisten noch nicht einmal untersucht wurden. Weltweit ist kaum bekannt, dass mit Takeshi Onaga sogar ein Gegner der US-Basen zum Gouverneur der Insel gewählt wurde, der sich auch dem Plan des ultranationalistischen Premierministers Shinzo Abe und seiner Regierung widersetzt, das „Friedensgebot“ aus der japanischen Verfassung zu entfernen.

Am Widerstand beteiligt sich auch die 87-jährige Fumiko Shimabukuro, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat, obwohl ein Viertel der Bewohner Okinawas bei der Erstürmung der Insel durch die US-Marineinfanterie getötet wurde. Fumiko hatte sich mit vielen anderen Überlebenden in die schöne Henoko Bay geflüchtet, um deren Erhaltung sie jetzt kämpft. Die US-Streitkräfte wollen die Bucht zerstören, um neue Startbahnen für ihre Bomber zu bauen. „Wir haben die Wahl, wir können das zulassen oder uns wehren,“ sagte sie mir. Als wir uns friedlich vor der US-Basis Camp Schwab versammelten, schwebten riesige Hubschrauber des Typs Sea Stallion über uns – nur, um uns einzuschüchtern.

Militärbasis auf der südkoreanischen „Insel des Weltfriedens“ – Angriffsziel: China

An der gegenüberliegenden Küste des Südchinesischen Meeres liegt die südkoreanische Insel Jejudo, ein subtropisches Naturschutzgebiet, das zum Weltnaturerbe gehört und zur „Insel des Weltfriedens“ erklärt wurde. Auf dieser Insel wurde eine der provozierendsten Militärbasen der Welt errichtet – weniger als 400 Meilen (640 km) von Schanghai entfernt. Bei dem Fischerdorf Gangjeong liegt ein südkoreanischer Flottenstützpunkt, der speziell für den Aufenthalt von Flugzeugträgern, Atom-U-Booten und Lenkwaffen-Zerstörern der U.S. Navy gebaut wurde; das Aegis-Raketenabwehrsystem der Zerstörer ist natürlich gegen China gerichtet.

Seit fast einem Jahrzehnt leisten die Bewohner des Fischerdorfes Widerstand gegen die Kriegsvorbereitungen. Von katholischen Priestern angeführte Dorfbewohner und Unterstützer aus aller Welt blockieren täglich – häufig sogar zweimal am Tag – die Zufahrten zu der Marinebasis. In einem Land, in dem politische Demonstrationen, wenn sie nicht von mächtigen Religionen unterstützt werden, eigentlich verboten sind, erregt dieser Widerstand viel Aufsehen.

Einer der Priester, Pater Mun Jeong-hyeon, erzählte mir: „Jeden Tag singe ich vier Kirchenlieder vor der Basis – bei jedem Wetter, sogar wenn ein Taifun tobt. Für diese Basis wurden die Natur und das Leben der Dorfbewohner zerstört, auch dagegen richtet sich unser täglicher Protest. Die USA wollen den Pazifik beherrschen und China isolieren. Sie wollen die Welt zu einem US-Imperium machen.“

Von Jejulo flog ich weiter nach Schanghai, seit meinem letzten Besuch ist dort eine neue Generation herangewachsen. Damals kam das lauteste Geräusch, an das ich mich erinnere, von Fahrradklingeln. Mao Zedong war erst kurz vorher gestorben, und in den Städten war Aufbruch und Erwartung zu spüren. Der neue „Große Führer“ Deng Xiopeng war der „Mann der China veränderte“. Auf die tatsächlichen Veränderungen, die ich vorfand, war ich allerdings nicht vorbereitet.

Das heutige China birgt viele Überraschungen, auch das Haus in Schanghai, in dem Mao und seine Genossen im Jahr 1921 insgeheim die Kommunistische Partei Chinas gegründet haben. Heute steht es im Herzen eines sehr kapitalistisch wirkenden Hafenbezirks und wer dieses kommunistische Denkmal mit dem Kleinen Roten Buch (der Mao-Bibel) und einer Mao-Büste aus Plastik verlässt, trifft auf Starbucks-Kaffeehäuser und Geschäfte, die Computer und Smartphones von Apple, Schmuck und Uhren von Cartier und Handtaschen und Schuhe von Prada verkaufen.

Wäre Mao geschockt? Das bezweifle ich. Fünf Jahre vor seiner großen Revolution im Jahr 1949 hat er Washington die folgende Geheimnachricht geschickt: „China muss industrialisiert werden. Das kann nur mit Unterstützung freier Unternehmer geschehen. Die wirtschaftlichen und politischen Interessen Chinas und der USA ergänzen sich gut. Die USA können sich darauf verlassen, dass China sehr kooperativ sein wird. Wir können keinen Konflikt riskieren.“

Mao hat immer wieder angeboten sich mit dem US-Präsidenten im Weißen Haus zu treffen – mit Franklin D. Roosevelt, seinem Nachfolger Harry Truman und dessen Nachfolger Dwight D. Eisenhower. Er wurde abgewiesen oder einfach ignoriert. Ein Treffen hätte den Lauf der Geschichte verändern, die Kriege in Korea und Vietnam verhindern und in ganz Asien unzählige Leben retten können. Stattdessen hat Washington in den 1950er Jahren den „Kalten Krieg“ ausgerufen, der die USA nach Meinung des Filmhistorikers James Naremore lange Jahre im „Würgegriff“ gehalten hat.

Gefakte Nachrichten in den Mainstream-Medien, die China erneut als Bedrohung darstellen, entspringen der gleichen Mentalität.

Das wirtschaftliche Zentrum der Welt verschiebt sich unaufhaltsam nach Osten, auch wenn der Westen die chinesische Vision von Eurasien nicht wahrhaben will. Die „Neue Seidenstraße“, ein breites Band von Handelszentren, Häfen, Pipelines und Hochgeschwindigkeitszügen soll sich bis nach Westeuropa erstrecken. China verfügt über die modernste Eisenbahntechnologie und verhandelt mit 28 Staaten über Bahnlinien, auf denen Züge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 km/Std. verkehren sollen. Die Neue Seidenstraße wird der Menschheit nützen und China und Russland zu einem riesigen Wirtschaftsraum vereinigen.

Obamas Glaube an den „Amerikanischen Exzeptionalismus“

„Ich glaube mit jeder Faser meines Wesens an den Amerikanischen Exzeptionalismus,“ sagte Barack Obama und berief sich damit auf einen aus den 1930er Jahren stammenden überheblichen Anspruch der USA, allen anderen Staaten der Welt auch geistig und moralisch überlegen zu sein und deshalb eine Sonderstellung einzunehmen. Unter dem angeblich so liberalen Obama, dem voreilig der Friedensnobelpreis verliehen wurde, haben sich die US-Ausgaben für Atomwaffen stärker erhöht, als unter jedem anderen Präsidenten seit dem Ende des Kalten Krieges. Die neue Mini-Atombombe des Typs B61-12 wird nach Meinung eines Generals dazu verleiten, „tatsächlich Atomwaffen einzusetzen“. Im September hat der Atlantic Council, ein führender geopolitischer Thinktank der USA, einen Report über eine herannahende „Hobbes’sche Welt“ veröffentlicht, die geprägt sei „vom Zusammenbruch der Weltordnung, einem gewaltsamen Extremismus und ständigen Kriegen“. Zu neuen Feinden wurden das „wieder erstarkte Russland“ und das „immer aggressivere China“ erklärt, vor denen uns nur die „heroischen USA“ retten könnten.

Auf solche kriegstreiberischen Ideen können eigentlich nur Leute kommen, die auf dem Weg in die Demenz sind. Denn das 1941 von Henry Luce, dem US-Imperialisten und Besitzer des TIME Magazine, öffentlich verkündete „amerikanische Jahrhundert“ ist längst vorüber; es hat bisher nur keiner den Mut gehabt, dem Kaiser zu sagen, er möge seine Waffen einsammeln und nach Hause gehen.

John Pilgers Film „Der kommende Krieg gegen China“ (http://johnpilger.com/) läuft jetzt in den britischen Kinos und wurde am 6. Dezember 2016 um 22.40 Uhr von ITV Network gezeigt.


Anmerkung von LUFTPOST:
In der Region Kaiserslautern würde John Pilger ganz ähnliche Verhältnisse wie auf Okinawa vorfinden. Zum Vergleich: Auf Okinawa [Fläche 2.276 km², 1,425 Millionen Einwohner] leben 43.000 US-Amerikaner. In der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern [Fläche insgesamt 780 km², beide zusammen 210.000 Einwohner] leben rund 57.000 US-Amerikaner. Was das für uns alle bedeutet, können Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=Oj6f7vbhoOQ und https://www.youtube.com/watch?v=cw9zHnVWqGQ anschauen.)

Erstveröffentlichung der deutschen Übersetzung am 23.12.2016 bei LUFTPOST – Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein (dort mit zusätzlichen Hinweisen)
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP18216_231216.pdf

Englischsprachiger Originalartikel:
John Pilger: The Coming War on China
The greatest build-up of American-led military forces since the Second World War is well under way
teleSUR, 03.12.2016
http://www.telesurtv.net/english/opinion/John-Pilger-The-Coming-War-on-China-20161203-0010.html


Siehe auch:

Die Amerikaner kommen: zum Krieg gegen Russland
Bremerhavener Appell – Nein zum Säbelrasseln – Truppenverlegung stoppen!
NRhZ 594 vom 28.12.2016
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23409

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23415

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