Weltklimarat bestätigt: Fossile Brennstoffe müssen im Boden bleiben um das 1,5°C-Limit einzuhalten – das gilt auch für die Kohle in Deutschland. Wir – die bei 350.orgOrganisierten – bieten der fossilen Brennstoffindustrie die Stirn. Mit vielen Menschen auf der ganzen Welt stoppen wir alle neuen Kohle-, Öl- und Gasprojekte, beschleunigen den Ausstieg aus bestehenden fossilen Projekten und gestalten eine gerechte Energiewende mit 100% Erneuerbare für alle. Mitmachen: Um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, müssen wir uns organisieren. Melde dich bei 350.org an und werde Teil der Bewegung gegen Kohle, Öl und Gas und für eine gerechte Energiewende hin zu 100 % erneuerbare Energien. 350.org baut eine globale, basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen anhand wissenschaftlicher Fakten und den Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann. Werde aktiv in deiner Nähe!

350.org baut eine globale, basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen anhand wissenschaftlicher Fakten und den Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann

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8. Oktober 2018

Weltklimarat bestätigt: Fossile Brennstoffe müssen im Boden bleiben um das 1,5°C-Limit einzuhalten – das gilt auch für die Kohle in Deutschland

GLOBAL – Der am Montag erscheinende Spezialbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bestätigt, dass es einen relevanten Unterschied macht, ob der globale Temperaturanstieg auf 1,5 oder 2°C begrenzt wird. Er unterstreicht damit Forderungen nach einem schnellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern und einer raschen Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren. Der Bericht verleiht damit auch der Forderung nach einem raschen Kohleausstieg in Deutschland Nachdruck.

Laura Weis, Deutschland-Campaignerin bei 350.org, erklärt: „Um einen fairen Beitrag zum Einhalten des wichtigen Limits von 1,5°C zu leisten, muss der Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2025 abgeschlossen sein. Der Spezialbericht des Weltklimarats sollte ein Weckruf für Angela Merkel sein, die sich noch vor wenigen Jahren als Klimakanzlerin feiern ließ. Statt weiter tatenlos dabei zuzusehen wie die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und RWE die Rodung des Hambacher Forstes vorantreiben, muss die Bundesregierung sich jetzt für den Erhalt des Hambacher Waldes einsetzen und einen schnellen Kohleausstieg beschließen.“

Der Spezialbericht des IPCC beleuchtet detailliert die Folgen einer im Vergleich zum vorindustriellen Niveau um 1,5°C wärmeren Welt und zeigt auf was nötig wäre, um eine Erwärmung darüber hinaus zu verhindern. Die derzeit geltenden nationalen Emissionsminderungsziele sind mit einer Erderwärmung um 3°C gleichbedeutend – vorausgesetzt diese werden eingehalten.

Payal Parekh, Programmdirektorin bei 350.org, kommentiert den IPCC-Bericht wie folgt: “Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem 1,5°C-Bericht sprechen eine deutliche Sprache. Das Einhalten des 1,5°C-Limits ist jetzt eine Frage des politischen Willens. Es kann keine Option sein, den Kopf weiter in den Sand zu stecken. Die Klimakrise ist bereits heute Realität und ihre Folgen beeinträchtigen am stärksten arme Menschen, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Um das 1,5°C-Limit einzuhalten, müssen fossile Energieträger im Boden bleiben und die Geldströme von der fossilen Wirtschaft in Richtung Energiewende umgelenkt werden.“

Bereits heute wehren sich zahlreiche Menschen weltweit gegen den Abbau von fossilen Energieträgern und fordern einen grundlegenden Wandel von Energiesystemen und Wirtschaft. Einige Geschichten des Widerstands hat 350.org  in dem gerade erschienenen “People’s Dossier on 1.5°C” zusammengefasst. Das Dossier verleiht den Fakten und Daten aus dem Spezialbericht des IPCC Gesichter und Stimmen.

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Weiterführende Links:

Link zum „People’s Dossier on 1.5°C“: https://350.org/de/1-5c/#dossier

Über 350.org:

Mithilfe von Online-Kampagnen, Basisbewegungen und öffentlichen Großaktionen stellt sich 350.org gegen neue Kohle-, Öl- und Gasprojekte. Außerdem setzen wir uns für den Abzug von Geldern aus fossilen Unternehmen und den Umsteig auf 100% erneuerbare Energien für alle ein. Das globale Netzwerk von 350.org ist in 188 Ländern aktiv. Mehr Informationen unter: https://350.org/de/uber350/

Pressekontakte:

Zum IPCC-Bericht und dem People’s Dossier: Melanie Mattauch, Europe Communications Coordinator, 350.org, melanie@350.org, +49 151 5812 0184

Zur deutschen Energie- und Klimapolitik: Laura Weis, Deutschland-Campaignerin, 350.org, laura.weis@350.org, +49 179 4150 763

 

Bild zu Weltklimarat IPCC - Dürrehttps://350.org/de/
Völlig ausgetrocknet ist der Boden des Edersees nahe der Aseler Brücke.

Weltklimarat drängt zu raschem Handeln für 1,5-Grad-Ziel

Die Erderwärmung erfolgt schneller und mit schwereren Folgen als bisher angenommen. Die Risiken auf eine Beschränkung auf 2 Grad sind bereits zu groß – ganz zu schweigen davon, was bei einer Erwärmung darüber hinaus passiert. Forscher des Weltklimarats IPCC zeichnen nun den Weg für das 1,5-Grad-Ziel auf: Erforderlich sei ein zügiger Umbau der gesamten Weltwirtschaft.

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Die Risiken der Erderwärmung lassen sich nach Ansicht des Weltklimarats IPCC durch die Begrenzung auf 1,5 Grad einigermaßen einschränken. Dies Ziel könne aber nur durch einen raschen Wandel auf allen Feldern erreicht werden.

Rasche und weitreichende Maßnahmen erforderlich

Zwei Monate vor dem nächsten UN-Klimagipfel warnen die Forscher in einem Bericht davor, was schon bei einer Erwärmung um 1,5 Grad Celsius passieren kann – und erst recht bei 2 Grad.

„Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erfordert rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft“, erklärte der IPCC am Montag im Anschluss an eine mehrtägige Sitzung in der südkoreanischen Küstenstadt Incheon.

Es gehe um Veränderungen in den Bereichen Energie, Industrie, Gebäude, Transport, in den Städten und auf dem Land. Beobachter beschrieben den Sonderbericht als politischen Weckruf.

„Jetzt handeln, es ist fast schon zu spät“

„Eine der Kernaussagen des Berichts ist: Wir sehen derzeit bereits die Konsequenzen von einem Grad Erderwärmung wie mehr Extremwetter, steigende Meeresspiegel, schwindendes arktisches Meereis und andere Veränderungen“, sagte der Co-Vorsitzende einer IPCC-Arbeitsgruppe Panmao Zhai.

Bild zu Sonnenaufgang
Heißester Mai seit 137 Jahren

Und nicht nur das: In den letzten sieben Jahren gab es fünf Hitzerekorde in Deutschland.

„Der Sonderbericht sendet ein klares Signal an die Politik: jetzt handeln, es ist fast schon zu spät,“ kommentierte Niklas Höhne von der niederländischen Universität Wageningen. „Vielen in der Politik war vielleicht noch nicht klar, worauf sie sich eingelassen haben, als sie 2015 in Paris dem Ziel zugestimmt haben, den globalen Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.“

Das Papier zeigt einige klare Unterschiede zwischen einer Erwärmung von 1,5 und einer von 2 Grad. Der globale Meeresspiegel würde bis zum Ende dieses Jahrhunderts bei 1,5 Grad Erwärmung um zehn Zentimeter weniger klettern als bei 2 Grad.

„Das würde beinhalten, dass zehn Millionen weniger Menschen den Risiken ausgesetzt wären, wie der Versalzung von Äckern oder Überschwemmungen durch Stürme in küstennahen Gebieten“, sagt IPCC-Autor Wolfgang Cramer. „Das Nildelta und andere Flussdeltas erleben schon jetzt Verluste an Landfläche durch eindringendes Meerwasser.“

Einen eisfreien Arktischen Ozean im Sommer gibt es laut IPCC bei 1,5 Grad wahrscheinlich einmal pro Jahrhundert, bei 2 Grad vermutlich „mindestens einmal pro Jahrzehnt“. Auch warnen die Autoren, dass etwa 70 bis 90 Prozent der Korallenriffe verschwinden, wenn es um 1,5 Grad wärmer wird als vor der Industrialisierung. „Mit 2 Grad wären praktisch alle verloren.“ Bei 2 Grad Erwärmung könnten deutlich weniger Fische gefangen werden.

Forscher: Steuern auf 4 Grad Erwärmung zu

Einig sind sich die meisten Forscher, dass die Welt ohne zusätzliche Anstrengungen auf 3 bis 4 Grad Erwärmung zusteuert. Im Klimaabkommen von Paris hatten die Länder eine Obergrenze von deutlich unter zwei Grad Erwärmung beschlossen. Es sollte auf Drängen kleiner Inselstaaten zudem versucht werden, sie bei 1,5 Grad zu stoppen.

Der Weltklimarat wurde damit beauftragt, einen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel zu erstellen. Er analysierte daraufhin über 6.000 Studien.

Die Zusammenfassung des neuen Berichts wurde in der vergangenen Woche mit Vertretern von 195 Staaten abgestimmt, so dass diese nun ein politisches Gewicht hat. Die Daten sind auch Grundlage für die Weltklimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz.

Der globale Ausstoß etwa von Kohlendioxid (CO2) müsste nach dem IPCC-Bericht für das 1,5-Grad-Ziel von 2010 bis 2030 um 45 Prozent fallen und im Jahr 2050 Null erreichen.

Nach dem neuen IPCC-Bericht kann der Mensch im Vergleich zu älteren Berichten möglicherweise etwas mehr CO2 ausstoßen, um dennoch dass 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

„Es gibt einen gewaltigen Handlungsdruck“

Für den Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, ist das kein Grund zur Entspannung. „Gegenüber früheren Abschätzungen des IPCC haben wir höchstens einen Zeitgewinn von sieben Jahren.“

Der sei aber „schon längst verfrühstückt“ angesichts der geplanten und existierenden Kohlekraftwerke, die oft noch Jahrzehnte CO2 ausstießen. „Es gibt zwar keinen Grund zum Fatalismus, aber es gibt einen gewaltigen Handlungsdruck. Wenn wir global nicht bald aus der Kohle aussteigen, schlagen wir die Tür zum 1,5-Grad-Ziel ein für alle Mal zu.“

Der Bericht zeigt vor allem Szenarien auf, die nicht zu einem sogenannten Overshoot führen, einer kurzzeitigen Überschreitung des 1,5-Grad-Ziels. Beim Overshoot müssten der Mensch später mehr CO2 aus der Atmosphäre ziehen als er produziert.

Das kann durch sogenanntes Geoengineering geschehen. Die Techniken dazu sind im großen Maßstab jedoch noch ungeprüft. Einige könnten zudem große Risiken bergen, warnen die IPCC-Autoren.

„Dem Thema Geoengineering wird im IPCC-Report zum Glück eine deutliche Absage erteilt“, sagte die Referentin für Internationale Klimapolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung, Linda Schneider, die an der Debatte in Incheon teilgenommen hatte.

Dagegen gebe es die Möglichkeiten der CO2-Bindung durch die Wiederherstellung von natürlichen Ökosystemen, „vor allem Wäldern, die der Bericht wegen ihrer Vorteile für Biodiversität, Bodenqualität und lokaler Ernährungssicherheit“ als sehr positiv bewerte, betonte Lindner. (jwo/dpa/AFP)

Infografik: So schnell muss die Welt den CO2-Ausstoß reduzieren | Statista

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